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Komm in den Wald
und spüre das Leben
Die Geschichte
Die Idee des Waldkindergartens entstand Ende der 60er-Jahre in Dänemark. Man sah dort die Möglichkeit, Kinder in einem anderen Rahmen zu fördern und ihre Entwicklung naturgemäß zu unterstützen.
1968 gründete Ursula Sube in Wiesbaden den ersten Waldkindergarten, und bis heute wurden ca. 350 Waldkindergärten in Deutschland gegründet.
Der Verein
Im März 2002 entstand aus einer Elterninitiative der Verein „Waldkindergarten Langenfeld e.V.“, mit dem Ziel, Kindern einen Kindergarten in freier Natur zu ermöglichen. Nun mussten die notwendigen Formalitäten erledigt und ein Bauwagen als Unterkunft beschafft, ausgebaut und aufgestellt werden. In dieser Zeit waren die Kinder als „Waldzwerge“ ein- bis zweimal in der Woche im Rahmen einer Spielgruppe unter pädagogischer Anleitung im Wald.Nachdem alle Hürden genommen waren, startete am 1. September 2004 die erste Regelgruppe für 15 Kinder unter der Leitung von zwei Erzieherinnen und einer Anerkennungspraktikantin.

„Ein Tag im Leben eines Waldzwerges“
Bringzeit
Der Tag beginnt damit, dass die Eltern zwischen 7.30 und 8.30 Uhr die Kinder zum Bauwagen auf dem Gelände des „GSV Landwehr“ bringen. Die Kinder beschäftigen sich in dieser Zeit im und um den Bauwagen herum. Dabei stehen ihnen verschiedene Werkzeuge, Seile und Malutensilien zur Verfügung. Zum Spielen dienen Fundsachen der vergangenen Tage oder Gegenstände aus dem Wald, die von den Kindern spontan umfunktioniert werden. Einige Kinder packen (fast) selbstständig den Bollerwagen mit dem Tagesgepäck: Lupen, Bestimmungsbücher, Ersatzkleidung, Regenplane, Isomatten, Wasser zum Händewaschen, Notfallhandy, Erst-Hilfe-Tasche, Klappspaten und Toilettenpapier.
Rituale und Spiele
Andere helfen der Praktikantin mit Tüchern, Zapfen, Steinen o. Ä. die Mitte für den Morgenkreis zu gestalten. Dabei sitzen die Kinder im Kreis auf dicken Baumstämmen. Der Morgenkreis beginnt mit einem Begrüßungslied, einer Erzählrunde, der Besprechung des Tagesziels und evtl. Geburtstagsritualen.
Immer wieder entdecken die Kindern mit ihren Erzieherinnen neue Möglichkeiten zum Spielen. Es werden z. B. Rehspuren im Wald entdeckt, anhand von Sachbüchern bestimmt und Gipsabdrücke davon gemacht. Es werden Tipis, Höhlen und Raketen an verschiedene Plätze gebaut. Mit dem „Leopardenbaum“ werden Weltraumflüge zu unbekannten Sternen unternommen oder aus einem angehäuften Laubhaufen wird ein Bett oder Trampolin.
Unterwegs wird diskutiert, entdeckt, gestritten und sich vertragen.
Esskultur
Am Ziel angekommen, wird der Lagerplatz hergerichtet, und die Kinder waschen sich die Hände, um zu frühstücken. Mit „Rolle, rolle, rolle. Der Tisch, der ist so volle. Mein Bauch, der ist so leer, der brummt schon wie ein Bär. Der brummt schon wie ein Brummer, wir wünschen guten Hunger. Haut rein!“, beginnt die gemeinsame Mahlzeit. Zurück am Bauwagen, treffen sich die Kinder im Abschlusskreis, wo Pläne für den nächsten Tag gemacht, Lieder gesungen, Brettspiele gespielt, Bilder gemalt oder Geschichten erzählt werden.
Abholzeit
Um 12.30 Uhr bzw. 14.00 Uhr werden die Kinder meist in Fahrgemeinschaften abgeholt.
Wie fördert der Waldkindergarten die Schulfähigkeit?
Ø Die geringe Gruppenstärke ist für Kinder und Erzieherinnen gut überschaubar und erleichtert die Entwicklung von sozialen Fähigkeiten. Die Gruppe setzt sich aus nicht mehr als fünfzehn Kindern zusammen, die von zwei Erzieherinnen und einer Zusatzkraft pädagogisch begleitet werden. Es bleibt viel Zeit zum Zuhören und für die Beschäftigung miteinander. So bietet der Waldkindergarten günstigste Bedingungen, um einen festen Zusammenhalt zu entwickeln.
Ø Die Konzentration und detaillierte Wahrnehmungsfähigkeit werden intensiv gefördert und im Wald täglich trainiert: Die Grobmotorik wird durch den unebenen Boden und zahlreiche Hindernisse und Klettergelegenheiten geschult. Durch den kreativen Umgang mit entdeckten und gesammelten Naturmaterialien verbessert sich die Feinmotorik, durch Ausflüge zu gesellschaftlichen Gruppen wie Feuerwehr, Polizei etc. erweitert sich der Horizont der Kinder.
Ø Im Wald müssen vermehrt Absprachen getroffen werden (z.B. Entscheidungen, zu welchem Platz die Gruppe geht, wer den Bollerwagen zieht, wer wo welcher Beschäftigung nachgeht etc.). Dabei wird die Sprachfähigkeit intensiv und spielerisch gefördert. Da das Rollenspiel eine zentrale Bedeutung im Spiel der Kinder einnimmt, ist auch hier die Sprache ein wichtiges Medium. Die Kinder lernen dabei u.a., anschaulich ihre Ideen und Gedanken zu erklären, anderen zuzuhören und Erlebtes für andere verständlich zu erzählen. Aber auch, sich durchzusetzen und eine eigene Meinung zu vertreten.
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